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Cyberchondrie

Cyberchondrie - die Hypochondrie im Internet

Cyberchondrie ist eine neue Wortschöpfung, eine Mischung aus Cyber und Hypochondrie. Der Hypochonder der Neuzeit hält sich nämlich häufig im Internet auf, um Informationen über Krankheiten zu sammeln. Der surfende Hypochonder wühlt sich durch mehr oder minder zutreffende Informationsseiten und Gesundheitsforen. Auch weil es eine ganze Reihe an Widersprüchen bezüglich der Symptome, der Ansteckung und anderer verbringt der Cyberchonder stundenlang auf der Suche nach einer Erkenntnis. Leider hat diese Recherche keinen wirklich erhellenden Wert. Die Fokussierung auf die Krankheitssymptome verschlimmert das Krankheitsbild der Hypochondrie. Der Hypochonder lebt mehr und mehr in seiner Gedankenwelt, die nur um Krankheiten und Symptome kreist.

Häufig falsche Informationen

Abgesehen von der Problematik der weiteren Vertiefung der Krankheitsängste ist zu bedenken, daß eine Vielzahl der im Netz verbreiteten Informationen schlichtweg falsch sind. Außerdem finden sich auch zu ganz banalen Symptomen schnell Links auf lebensbedrohliche Erkrankungen. In den Medien wurde daher bereits die Verbannung von medizinischen Informationen aus dem Internet diskutiert. Dies wird jedoch aufgrund der Meinungs- und Pressefreiheit vermutlich nicht gelingen.

Der typische Cyberchonder

Dirk S. fühlte sich schon längere Zeit nicht so wohl. Er hatte bemerkt, daß er nicht mehr so leistungsfähig war, wie noch ein paar Wochen zuvor. Einmal meinte er auch ein Stolpern des Herzens bemerkt zu haben. Er googelte "Herzstolpern" und fand unmittelbar Hinweise auf schwere Herzerkrankungen, beginnend von der Herzmuskelentzündung oder lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen. Weitere Symptome, von denen er im Internet gelesen hatte, konnte er jetzt in seinem Körper fühlen. Er spürt jetzt jeden Herzschlag, wenn er sich darauf konzentriert (was leider fast immer der Fall ist.) In seinem Kopf dachte er nur noch an Herzerkrankungen. Ein Besuch bei seinem Hausarzt mit einer einfachen EKG Untersuchung konnte diese Ängste nicht stoppen. Er war nahezu sicher, daß etwas mit dem Herzen nicht stimmt (auch wenn er immer noch die Hoffnung hatte, daß es doch nicht so war). Nach dem EKG googelte er weiter und las, daß manche Herzerkrankungen bei einem einfachen EKG übersehen werden könnten. Weitere Untersuchungen folgten, ein Belastungs-EKG, Ultraschall. Blutuntersuchungen. Alle Tests fielen negativ aus: kein Befund, keine Erkrankung. Aber Dirk S. konnte dem keinen Glauben schenken. Er spürte doch die Schwäche und das Stolpern seines Herzens. Er wechselte den Arzt. Dieselben Untersuchungen wurden nochmals durchgeführt. Dirk S. liest jetzt von unerkannten und rätselhaften Herzerkrankungen, die nicht entdeckt wurden. Die Angst wächst. Irgendwann bekommt Dirk S. dann richtig Panik: sein Herz beginnt zu rasen. Er denkt: das ist jetzt der Herzinfarkt, ich sterbe. Tatsächlich überlebt Dirk S. diese Attacke. Seine Eltern, seine Freundin und seine Freundin verstehen nicht, was mit ihm los ist. Dirk S. ist ein Hypochonder/Cyberchonder und hat damit eine psychische Störung, die nicht so einfach zu heilen ist. Das Internet hat leider stark dazu beigetragen, daß es soweit gekommen ist. Dirk S. ist nicht alleine. Etwa 7 % der Deutschen leiden unter mehr oder weniger starken Ängsten vor Krankheiten. Für Fälle wie Dirk S. bleibt nur eine Therapie als Ausweg.

Therapie der Cyberchondrie

Die Therapie der Cyberchondrie ist im Grunde genommen recht einfach. Lesen Sie mehr unter Therapie der Cyberchondrie.