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Leben mit Hypochondern

Leben mit Hypochondern ist nicht einfach

Viele Menschen, die mit Hypochondern zu tun haben, wissen jedoch nicht, wie Sie mit der hypochondrischen Verhaltensweise umgehen sollen. Gleichzeitig werden hier auch viele Fehler gemacht, die entweder die Beziehung zu dem hypochondrischen Menschen stören oder das Problem der Hypochondrie weiter vertiefen.

Fürsorgliches Kümmern um den Hypochonder

Eine typische Reaktion ist beispielsweise das fürsorgliche Kümmern, in dem man immer wieder auf die Krankheitssorgen eingeht, sich mit den Fragen des Hypochonders nach der Gesundheit eingehend beschäftigt, oder den Hypochonder gar wie einen tatsächlich körperlich kranken Menschen behandelt. Diese Reaktion trägt – auch wenn Sie es vielleicht zunächst nicht wahrhaben wollen – am Ende zu einer Vertiefung der Hypochondrie bei. Warum? Die Hoffnung, man könnte den Hypochonder beruhigen, ihm durch Argumente nachweisen, daß er wahrscheinlich nicht krank sei, wird die Gedanken des Hypochonders nicht stoppen. Vielmehr führen derartige Gespräche dazu, daß der Hypochonder weiter über etwaige Krankheiten nachdenkt. Abhängig von seiner Intelligenz werden ihm eine ganze Reihe an mehr oder minder wahrscheinlichen Szenarien einfallen, die Ihre Argumente widerlegen. Seine Gedanken verheddern sich weiter in der Thematik „Krank oder nicht krank“ und das Problem beginnt spätestens beim nächsten Symptom von vorne.

Ablehnung oder Aggression gegen den Hypochonder

Eine weitere verbreitete Reaktion ist die aggressive Abwehr des Partners, u.a. bei Eheleuten oder Lebenspartnern. Häufig können die Beziehungspartner einfach nicht verstehen, wie ihr ansonsten geliebte Partner immer wieder so blödsinnigen Gedanken nachgeht. Sie wollen ihm diese Verhaltensweise austreiben oder fühlen sich einfach nur genervt. Sie reagieren genervt, werfen ihm seine Verhaltensweise als „krank“ vor, oder drohen gar mit Trennung. Auch diese Reaktion – ist – wie man sich vielleicht denken kann – kontraproduktiv. Der hypochondrische Mensch, der häufig auch unter anderen Ängsten, insbesondere Trennungsängsten leidet, fühlt sich nicht angenommen, abgestoßen und verletzt. Diese Verletzung und die Ängste schwächen sein Selbst- und sein Körpervertrauen und machen ihn anfällig für neue Krankheitssorgen. Häufig manifestieren sich derartige emotionale Themen in der Beziehung auch in körperlichen Symptomen, die der Hypochonder wiederum als körperliches Symptome einer Erkrankung wertet.

Der ideale Weg zum Umgang mit Hypochondern

Nachdem wir nun kennengelernt haben, wie man nicht reagieren sollte, wollen wir uns nun damit beschäftigen, wie man idealerweise mit Hypochondern umgeht. Dieser Weg ist sicherlich nicht einfach und erfordert große Geduld und ein Erfolg kann ebenfalls nicht garantiert werden. Sicher ist aber auch, daß es die für den hypochondrischen Menschen günstigste Verhaltensweise ist. Was kann man also tun: wenn Sie erkennen, daß Ihr Bezugspartner eine schwere hypochondrische Störung hat, sprechen Sie mit ihm darüber und sagen Sie ihm, daß Sie ihm eine Psychotherapie empfehlen. Vielfach wird der Hypochonder bestreiten, daß er ein Hypochonder ist. Wenn er aber über einen Rest an Selbstreflexion verfügt, wird er dies am Ende bestätigen. Am Ende muß er natürlich freiwillig die Therapie beginnen. Ein Zwang wäre hier kontraproduktiv. Belassen Sie es bei dem beratenden Hinweis. In der Beziehung selbst sollten Sie bei der Erwähnung von Krankheitssymptomen durch den hypochondrischen Menschen ruhig und freundlich anmerken, daß sie davon ausgehen, daß er oder sie gesund ist (sofern man schon einmal eine (!) fundierte ärztliche Untersuchung der Symptomatik hinter sich hat). Weitere Diskussionen sollte man ebenso freundlich abwenden und sagen, daß man sich darüber nicht unterhalten möchte. Versuchen Sie gleichzeitig einen Themenwechsel zu anderen, schönen Dingen. Oder wechseln Sie die Aktivität, gehen Sie nach draußen, oder schalten Musik oder Fernsehen an. Versuchen Sie immer wieder, den hypochondrischen Menschen auf andere Gedanken zu bringen. Mehr können Sie nicht tun. Es wird immer wieder passieren, daß die Krankheitsthemen Ihre Beziehung zu dem Menschen beeinträchtigen. Sie müssen aber auch wissen: SIE können den hypochondrischen Menschen nicht heilen, denn das kann er am Ende nur selbst und zwar idealerweise unter therapeutischer Begleitung.

Ihre Erfahrungen mit Hypochondern

Gerne können Sie uns auch Ihre Erfahrungen einmal mitteilen und soweit das unsere Kapazitäten ermöglicht, werden wir Ihnen auch gerne auf Fragen hin antworten. Bitte mailen Sie an kontakt@hypochonder24.de